Praxisbeispiel Folge 15
Eine Tragödie

Ingolf Deubel ist grandios gescheitert. Man könnte jetzt mit dem Finger auf ihn zeigen.

Süddeutsche Zeitung, 16. Oktober 2012

Vorbei der Spaß

Ingolf Deubel galt als Zahlenmagier und war als Finanzminister in Rheinland-Pfalz lange hoch geschätzt. Doch am Nürburgring-Projekt scheiterte er. Nun steht der SPD-Politiker vor Gericht – der Vorwurf: Untreue

Marc Widmann

Mainz – Man müsste eine klassische Tragödie über Aufstieg und Fall des Ingolf Deubel dichten, einen Film drehen zumindest, die Frage ist nur, ob das Publikum die Geschichte glauben würde. Oder ob sie nicht zu überdreht wirkt. Das Leben ist manchmal grotesker als jede Fantasie.

Es geht um die Karriere des einst hoch geschätzten Finanzministers von Rheinland-Pfalz, der von diesem Dienstag an auf der Anklagebank des Koblenzer Landgerichts sitzt; wegen Untreue, wegen seines Versagens in der Nürburgring-Affäre. Atemberaubend verlief sein Abstieg vom angeblichen Zauberer der Zahlen zur angeblichen Lachnummer. Grandioser, grotesker, lächerlicher sei noch nie einer gescheitert seit Dick und Doof, urteilt der Spiegel. Was ist da nur passiert?

Die Geschichte beginnt mit Thilo Sarrazin, genauer mit dessen Abgang. 1997 verlässt Sarrazin das Mainzer Finanzministerium, also macht sich der damalige Minister Gernot Mittler (SPD) auf die Suche nach einem neuen Staatssekretär. Er bittet zwei Parteifreunde in Nordrhein-Westfalen um Rat, jeder soll drei Namen aufschreiben. Beide setzen einen Namen ganz oben auf die Liste: Ingolf Deubel, promovierter Volkswirt, Oberstadtdirektor von Solingen. Ein brillanter Kopf.

Der Problemlöser

In der Regierung ist man äußerst zufrieden mit dem neuen Mann. Wo Sarrazin kühl war, bisweilen barsch, zieht plötzlich ein neuer Ton ein. Der Neue ist nett und kollegial, er will überzeugen. Mit Belustigung erzählt man sich in Mainz, wie Deubel in Sitzungen schon mal ein Blatt Papier zückt oder mit dem Stift zum Flipchart an der Wand eilt, um allen vorzurechnen, dass er recht hat. „Das war für einen Staatssekretär schon außergewöhnlich“, sagt ein SPD-Mann. Uneitel ist der Neue, die Möbel in seinem Büro und die Größe seines Dienstwagens, all das ist Deubel egal. Er will Probleme lösen.

Bald kommt zu ihm, wer in der Regierung ein finanzielles Problem hat, es spricht sich herum, dass da einer findig ist, nicht nur beim Landeshaushalt. Deubel konstruiert einen Stabilisierungsfonds, der die Einnahmen der Kommunen unabhängig von der Wirtschaftslage stabil hält. „Ein hochintelligentes System“, lobt einer, der heute noch regiert. Es entstehen neue Landesbetriebe für Immobilien und Verkehr, es wird nicht nur verwaltet, es wird gestaltet. Das ist Ingolf Deubels Stärke, dafür schätzt man ihn, dafür bekommt er bald den Ruf, eine Art Zauberer der Zahlen zu sein, der alles irgendwie hinbekommt.

Gute Eigenschaften sind das für einen Regierenden, doch wie in jeder Tragödie ist der Keim des Untergangs schon da. „Er wollte es allen recht machen“, sagt ein Parteifreund, „und er hatte wahrscheinlich das Gefühl, wenn er ein Problem mal nicht lösen kann, ist seine Reputation weg.“

Im Jahr 2006 wird der Problemlöser zum Finanzminister. Sein Vorgänger Mittler rätselt bis heute, was dann schieflief. „Das ist schon tragisch“, sagt er, „dass einem Mann mit einem so kühlen Kopf so etwas widerfährt, das ist schon bitter. Und ich kann es mir nicht erklären.“

Die Falle

Deubel ist jetzt einer der einflussreichsten Finanzpolitiker der SPD, er verhandelt über die zweite Föderalismusreform, schreibt Steuerkonzepte, er arbeitet „beinhart“, sagen Kollegen. Dann kommt ein neues Problem, das er lösen soll. Ein gigantisches Problem, 330 Millionen Euro schwer, wie man heute weiß. Kurt Becks Regierung hat sich in die Idee verstiegen, an der Rennstrecke Nürburgring in der Eifel einen Freizeitpark bauen zu lassen, er sollte die Massen anlocken, wenn gerade kein Formel-1-Rennen ist. Und Deubel, nebenbei auch Aufsichtsratschef der landeseigenen Nürburgring GmbH, soll private Investoren dafür herbeizaubern, die mindestens die Hälfte der Baukosten zahlen. Anstatt die Geldgeber erst einmal abzuwarten, lässt man die Bagger gleich anrollen. Und Deubel sitzt in der Falle. Er muss jetzt liefern, oder sein Ruf als Macher ist dahin.

Es folgt ein Absturz, der sich lange im Verborgenen abspielt und in einem Knall enden wird. Nun kommen Herren in Deubels Büro, gewandet in edles Tuch, die früher im Zirkus arbeiteten oder im Hotel, die jetzt als Finanzvermittler auftreten und vom Geschäft mit amerikanischen Lebensversicherungen schwärmen. Die Berater im Ministerium warnen ihren Chef, aber Deubel glaubt, dass er alles durchschaut, er stützt all seine Hoffnung auf die eloquenten Gestalten. Seine Menschenkenntnis ist längst nicht so ausgeprägt wie sein Wagemut, anders lässt sich schwer erklären, wie er sich derart blenden ließ.

Die Finanzvermittler

Einen Geldgeber finden die Finanzvermittler der Firma Pinebeck nicht, Monat um Monat zieht ins Land, stattdessen residieren sie in edlen Zürcher Hotels, tafeln fürstlich und treiben sich in Bordellen herum, zumindest einer von ihnen tat das laut Zeugen. Und Deubel verlängert ihnen munter die Honorare, in der Hoffnung, dass sie doch noch liefern.

Je länger ihn die Männer hinhalten, desto schwieriger wird seine Lage. „Am Ende“, sagt ein einflussreicher SPD-Mann, „war er in einer verzweifelten Situation.“

Am Ende ist der Freizeitpark fast fertiggebaut und Deubels letzte Hoffnung ein Schweizer namens Urs Barandun, der in Dubai lebt und dessen E-Mails sich wie Geschichten aus Tausendundeiner Nacht lesen. Er verspricht heute dies, morgen das, am Ende übergibt er einen Scheck über 67 Millionen, der angeblich von einem amerikanischen Milliardär stammen soll, in Wirklichkeit aber wohl nur von einem Scheckbetrüger stammt. Im Juli 2009 platzt der Scheck und Deubel tritt zurück. Er hatte bis zuletzt verkündet, alles würde gutgehen, er hatte sich noch triumphierend vor die Presse gestellt, im Glauben, es mal wieder irgendwie geschafft zu haben. Jetzt lacht das ganze Land über ihn.

Seither, seit dem 7. Juli 2009, muss Deubel bezahlen, und auch das ist tragisch an seinem Fall: Er arbeitet als Berater, doch nur wenige Politiker haben den Mut, sich von ihm beraten zu lassen. Für das Saarland und Sachsen-Anhalt hat der 62-Jährige Sparkonzepte geschrieben, aber seine Auftraggeber, zwei CDU-Regierungschefs, mussten sich dafür rechtfertigen, erhielten empörte Anrufe: Was, mit so einem arbeitet ihr zusammen? Deubel ist für manche zum Paria geworden, auch für manche Sozialdemokraten.

Politik ist ein brutales Geschäft, „mörderisch“, sagt Deubels Vorgänger Mittler. Ganz gleich, wie der Prozess ausgeht, gestraft ist Ingolf Deubel schon längst.

Die Tragödie als Erzählmuster

Marc Widmanns Text folgt dem Muster der klassischen Tragödie. Ein Held gerät in eine Lage, in der er aufgrund seines Charakters zwangsläufig scheitern muss. Die Illustration von Brigitte Seibold (www.prozessbilder.de) zeigt die entsprechenden Elemente der Form.

Das griechische Drama

Im Prolog wendet sich der Dichter/ Autor an sein Publikum. Marc Widmann verspricht den Lesern implizit: Ich erzähle euch jetzt die unglaubliche Geschichte von Aufstieg und Fall…
Das Portal nennt den Anlass des Artikels und sagt den Lesern, warum sie gerade jetzt den Text über Ingolf Deubel lesen sollen. Es deutet an, dass der Darstellung des Spiegel eine andere Lesart entgegengesetzt wird.
Die Exposition (1) führt in die Handlung ein, nennt Personen, Ort und Zeit (wörtlich: „Die Geschichte beginnt mit … 1997,… Sarrazin, …Mittler, …Mainz, Staatssekretär…, Deubel “).
Die steigende Handlung (2 + 3) stellt dar, wie Deubel als Staatssekretär reüssiert.
Der Höhepunkt (4), griechisch Klimax, zeigt Deubel als Finanzminister, unmittelbar gefolgt vom
Wendepunkt (5) oder Peripetie, dem Moment, in dem die Handlung umschlägt und das Glück den Helden verlässt. Das „gigantische Problem“ Freizeitpark Nürburgring kommt ins Spiel.
Die fallende Handlung (6 bzw. 5–6–7) beschreibt, wie der Held auf falsche Freunde hereinfällt, Warnungen ignoriert, irrational denkt und handelt.
Sie mündet in die Katastrophe (7) mit dem geplatzten Scheck, der den Rücktritt auslöst.
Der Epilog erzählt vom Leben des Helden nach der Katastrophe. Der Autor zieht das Fazit „gestraft ist Ingolf Deubel schon jetzt“.

Fallhöhe

Ingolf Deubel wird in den Phasen seines Aufstiegs mit allerlei beeindruckenden Attributen beschrieben. Er ist ein brillianter Kopf (Exposition), er ist kollegial, klug und uneitel (Stufe 2); er ist findig, gestaltet und kriegt „alles irgendwie hin“ (Stufe 3). Die Dramentheorie sagt: Der Fall eines Helden wird umso eindringlicher wahrgenommen, je höher sein moralischer oder sozialer Rang ursprünglich war.

Der Fall Ingolf Deubel erscheint umso tragischer, als hier nicht nur ein Minister zum „Paria“ wird, sondern auch, weil man sich Politiker mit seinen Fähigkeiten zum Gestalten eigentlich nur wünschen kann.

Der Schlüssel zum Scheitern

Der Autor muss plausibel machen, dass Deubel kein minderbemittelter Loser ist. Seine Leser sollen ja das Tragische (und nicht nur das Dämliche) des Scheiterns nachempfinden. Er zeigt seinen Helden deshalb nicht nur als „brillianten Kopf“, sondern betont in jeder Stufe des Aufstiegs bis hin zum Wendepunkt – insgesamt viermal – das Motiv des Problemlösens. In Verbindung mit der Eigenschaft, es „allen recht machen“ zu wollen und schlechter Menschenkenntnis liegt hier der Schlüssel zum Scheitern. Deubel überhebt sich an der Aufgabe, die ihm sein Ministerpräsident zu lösen aufgibt.

Komödie oder Tragödie

Auf Basis derselben Fakten lassen sich verschiedene Geschichten erzählen. Tragödie oder Lachnummer: Das ist eine Frage des Zeitausschnitts, den man betrachtet. Und eine Frage der journalistischen Haltung. Marc Widmann will Zusammenhänge verstehen. Deshalb nimmt er die Jahre 1997 bis 2009 in den Blick. Mit dem Fokus auf die Entwicklung seines Helden als Problemlöser kann er Aufstieg und Fall schlüssig als schicksalhafte Verstrickung darstellen.

Der Spiegel (Ausgabe vom 17.9.2012 „Jede Menge Lacher“), darauf bezieht sich Widmann in seinem zweiten Absatz, beschreibt Deubels Scheitern als „verrückte Komödie“ und attestiert ihm „erwiesene Dämlichkeit im Amt“. Das Magazin verhandelt nur die Zeitspanne von 2007 bis 2009 und beschreibt die Einzelheiten der seltsamen Transaktionen durchaus von oben herab als irre „Lachnummer“.

Tua res agitur

Ein Wirkprinzip der Tragödie lautet: Deine Sache wird gespielt – „tua res agitur“. Die Zuschauer erkennen, dass das tragische Geschehen auf der Bühne sie etwas angeht, egal in welcher Zeit und an welchem Ort die Handlung spielt, sie sollen mitfühlen, betroffen sein. Das funktioniert auf der Bühne und kann auch in einem Zeitungstext funktionieren, wie das Beispiel von Marc Widmann zeigt. Die Haltung des Autors und die Form seines Textes entscheiden darüber, ob es gelingt.

Autor

Marc Widmann

Marc Widmann, 1979 in Stuttgart geboren, studierte Journalistik und Politik in München und Paris, nebenbei absolvierte er die Deutsche Journalistenschule. Er kam während des Studiums als Sportreporter zur Süddeutschen Zeitung. Nach der Ausbildung wurde er Innenpolitik-Redakteur in München, seit drei Jahren arbeitet er jetzt  im Frankfurter Büro als Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Sarah Bernhard im Gespräch mit Marc Widmann

Für den Spiegel ist der Fall Deubel die beste Komödie seit Dick und Doof, Sie haben eine Tragödie draus gemacht. Warum?

Natürlich bot es sich an, das Ganze als Komödie erzählen, weil es so viele komische Elemente hat. Wenn man sich die Akten durchliest, ist man ja manchmal fassungslos über das, was da passiert ist. Aber ich wollte eine Geschichte schreiben, die Ingolf Deubel ein bisschen gerechter wird, als nur seine bizarren Fehler aneinanderzureihen. Denn vor dem Skandal hatte er einen hervorragenden Ruf, er hat einiges für das Land getan. Und dieser erste Teil der Geschichte kam in den Medien eigentlich immer zu kurz.

Sie wollten also die verlorene Ehre des Ingolf Deubel wiederherstellen?

Wiederherstellen ist zu viel gesagt. Ich wollte ja nicht für ihn in die Schlacht ziehen. Aber ich empfinde als Journalist die Verantwortung, nicht einfach über solche Menschen herzuziehen und sich von einer hohen moralischen Ebene aus über sie lustig zu machen.

Sondern?

Es geht da um jemanden, der als Politiker angesehen war, der sich nicht persönlich bereichert hat und der jetzt in eine existenziell schwierige Lage gekommen ist. Und da ist es schon wichtig, dass man fair ist und wirklich versucht, die Dinge zu verstehen – und nicht nur alles, was einem in eine knackige Geschichte reinpasst, aneinanderreiht, ohne sich tiefere Gedanken darüber zu machen, ob es erstens der Person wirklich gerecht wird und ob es zweitens der Person nicht vielleicht schweren Schaden zufügt.

Sprechen Sie von Schönwetterjournalismus?

Um Gottes Willen nein. Aber man sollte immer auch den Menschen sehen – und im Zweifel, wenn man sich seiner Sache nicht völlig sicher ist, lieber etwas vorsichtiger schreiben. In dem Fall hatte ich den Vorteil, dass ich mich schon länger mit dem Thema befasst habe und mir recht sicher war. Aber über eine Person, die ich gar nicht kenne und vielleicht nur mal kurz eine halbe Stunde im Interview getroffen habe, würde ich keinen Artikel schreiben, in dem ich erkläre, warum die Person sehenden Auges in den Untergang gestolpert ist.

Die Form entwickeln

Sehenden Auges in den Untergang stolpern – das ist ein klassisches Merkmal des tragischen Helden. Aber es bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch die Geschichte wie eine Tragödie aufgebaut sein muss. Woher die Idee?

Bevor ich angefangen habe zu schreiben, habe ich mir überlegt: Wenn ich mit dem erfolgreichen Finanzminister anfange, wie mache ich klar, dass hinten raus noch alles eine tragische Wendung nimmt? Und da ist mir aus der Schulzeit der Aufbau der Tragödie eingefallen. Dieses Element, dass im Aufstieg schon der Keim des späteren Falls angelegt ist, das war bei Ingolf Deubel ja wirklich so.

Haben Sie sich dann eine Aufstieg-Wendepunkt-Fall-Skizze gemacht, so wie früher in der Schule?

Nein. Ich mache mir zwar schon Gedanken darüber, was ich erzählen will – vor allem bei diesem Thema, das ja sehr komplex ist, weil es über so viele Jahre geht. Aber ich bin niemand, der sich stundenlang hinsetzt und einen Artikel vorskizziert (nachskizziert hat Brigitte Seibold im Kommentar). Die Zeit habe ich schon deshalb nicht, weil ich alleine für drei Bundesländer zuständig bin und meistens tagesaktuell arbeite. Es entwickelt sich eher beim Schreiben, dass man das Gefühl hat, da fehlt noch was, oder jetzt müsste nochmal der zu Wort kommen.

Ein weiteres Kennzeichen der klassischen Tragödie ist, dass der Held nicht per se schlecht ist, sondern von Göttern oder dem Schicksal in eine ausweglose Situation manövriert wird. Würden Sie das in diesem Fall unterschreiben?

Es gibt sehr wenige Menschen, die per se schlecht oder ausnahmslos gut sind. Auch nicht in der Politik: Wenn man sich mit Politikern befasst, merkt man, dass ihr Verhalten komplexer ist als die Öffentlichkeit wahrnimmt. Aber in dem Fall war nicht ein unabwendbares Schicksal das Problem, sondern die vielen Fehler, die er gemacht hat. Und seine fehlende Menschenkenntnis, wenn man das so interpretieren will.

Man könnte aber auch so interpretieren: Der große Gott Kurt hat ihm keine Wahl gelassen, Deubel konnte nur noch in den Untergang stolpern.

Welche Rolle Kurt Beck spielt, ist eine der spannenden Fragen, die noch nicht endgültig geklärt sind. Die offizielle Erklärung ist immer, dass Ingolf Deubel alles sehr selbstständig gemacht hat. Aber es ist kein großes Geheimnis, dass er auf Wunsch von Kurt Beck gehandelt hat, und deshalb schauen alle mit Spannung auf den Prozess in Koblenz.

Der passt ja bisher auch nicht so richtig ins Tragödien-Schema: Der klassische Held zeigt am Schluss Einsicht. Ingolf Deubel eher nicht.

Ja, das stimmt. Einsicht hat er bis jetzt nicht gezeigt und Demut auch nicht, das hat nicht nur mich verblüfft. Wobei es vor Gericht natürlich auch schwierig ist, schwere Fehler zuzugeben, wenn man damit rechnen muss, dass man am Schluss verurteilt wird und vielleicht auch noch finanzielle Konsequenzen tragen muss.

Das Interview führte Sarah Bernhard

Sarah Bernhard, 1983 in Reutlingen geboren, studierte Allgemeine Rhetorik, Politik und Philosophie. Während ihres Studiums arbeitete sie für Radio- und Printredaktionen (u. a. Südwest Presse, Stuttgarter Nachrichten, dpa).  2011 volontiert sie bei der Mediengruppe Oberfranken und verarbeitete nebenbei in ihrem Blog „Verloren in Franken“ den Kulturschock, den der Umzug von Baden-Württemberg nach Bayern mit sich gebracht hat.